Das ZwillingspärchenEin ungeborenes Zwillingspärchen unterhält sich im Bauch seiner Mutter: "
Sag mal, glaubst du eigentlich an ein Leben nach der Geburt?" fragt der
eine Zwilling.
"Ja, auf jeden Fall ! Hier drinnen wachsen wir und werden stark für
das, was draußen kommen wird", antwortet der andere Zwilling.
"Ich glaube, das ist Blödsinn" sagt der erste. " Es kann kein Leben nach der Geburt geben - wie sollte
das denn bitteschön aussehen?"
"So ganz genau weiß ich das auch nicht. Aber es wird sicher viel heller als hier sein. Vielleicht werden
wir herumlaufen und mit dem Mund essen?"
"So einen Unsinn habe ich ja noch nie gehört! Mit dem Mund essen,
was für eine verrückte Idee. Es gibt doch die Nabelschnur, die uns
ernährt. Und wie willst du herumlaufen? Dafür ist die Nabelschnur viel
zu kurz."
"Doch, es geht ganz bestimmt. Es wird eben alles nur ein bischen anders."
"Du spinnst doch! Es ist noch nie einer zurück gekommen von ´nach der Geburt`. Mit der Geburt ist das
Leben zu Ende. Punktum."
"Ich geb ja zu, dass keiner weiß, wie das Leben nach der Geburt aussehen wird. Aber ich weiß, dass wir
dann unsere Mutter sehen werden, und sie wird für uns sorgen."
"Mutter ??? Du glaubst doch wohl nicht an eine Mutter? Wo ist sie denn bitte?"
"Na hier - überall um uns herum. Wir sind und leben in ihr und durch sie. Ohne sie könnten wir gar nicht sein!"
"Quatsch ! Von einer Mutter habe ich noch nie etwas bemerkt, also gibt es sie auch nicht."
"Doch, manchmal, wenn wir ganz still sind, kannst du sie singen
hören. Manchmal spürst du auch, wenn sie unsere kleine Welt
streichelt......"

Wie konntest du nur?
Mit freundlicher Genehmigung von Jim Willis:
Wie konntest Du nur?
"How Could You?" , Copyright Jim Willis 2001, tiergarten@onebox.com
(Übersetzt aus dem Amerikanischen von Elvira Rösch & Nicole Valentin-Willis)
Als ich noch ein Welpe war, unterhielt ich Dich mit meinen Possen und
brachte Dich zum Lachen. Du nanntest mich Dein Kind, und trotz einer
Anzahl durchgekauter Schuhe und so manchem abgeschlachteten Sofakissen
wurde ich Dein bester Freund. Immer wenn ich "böse" war, erhobst Du
Deinen Finger und fragtest mich "Wie konntest Du nur?" - aber dann gabst Du
nach und drehtest mich auf den Rücken, um mir den Bauch zu kraulen.
Mit meiner Stubenreinheit dauerte es ein bisschen länger als erwartet, denn
Du warst furchtbar beschäftigt, aber zusammen bekamen wir das in den Griff.
Ich erinnere mich an jene Nächte, in denen ich mich im Bett an Dich
kuschelte und Du mir Deine Geheimnisse und Träume anvertrautest, und ich
glaubte, das Leben könnte nicht schöner sein. Gemeinsam machten wir lange
Spaziergänge im Park, drehten Runden mit dem Auto, holten uns Eis (ich
bekam immer nur die Waffel, denn "Eiskrem ist schlecht für Hunde", sagtest
Du), und ich döste stundenlang in der Sonne, während ich auf Deine
abendliche Rückkehr wartete.
Allmählich fingst Du an. mehr Zeit mit Arbeit und Deiner Karriere zu
verbringen - und auch damit, Dir einen menschlichen Geführten zu suchen.
Ich wartete geduldig auf Dich, tröstete Dich über Liebeskummer und
Enttäuschungen hinweg, tadelte Dich niemals wegen schlechter
Entscheidungen und überschlug mich vor Freude, wenn Du heimkamst und
als Du Dich verliebtest.
Sie, jetzt Deine Frau, ist kein "Hundemensch" - trotzdem hieß ich sie in
unserem Heim willkommen, versuchte ihr meine Zuneigung zu zeigen und
gehorchte ihr. Ich war glücklich, weil Du glücklich warst. Dann kamen die
Menschenbabies, und ich teilte Deine Aufregung darüber. Ich war fasziniert
von ihrer rosa Haut und ihrem Geruch und wollte sie genauso bemuttern. Nur
dass Du und Deine Frau Angst hattet, ich könnte ihnen wehtun, und so
verbrachte ich die meiste Zeit verbannt in einem anderen Zimmer oder in
meiner Hütte. Oh, wie sehr wollte auch ich sie lieben, aber ich wurde zu
einem "Gefangenen der Liebe".
Als sie aber grösser waren, wurde ich ihr Freund. Sie krallten sich in meinem
Fell fest, zogen sich daran hoch auf wackligen Beinchen, pieksten ihre Finger
in meine Augen, inspizierten meine Ohren und gaben mir Küsse auf die Nase.
Ich liebte alles an ihnen und ihre Berührung - denn Deine Berührung war jetzt
so selten geworden - und ich hätte sie mit meinem Leben verteidigt, wenn es
nötig gewesen wäre.
Ich kroch heimlich in ihre Betten, hörte ihren Sorgen und Träumen zu, und
gemeinsam warteten wir auf das Geräusch Deines Wagens in der Auffahrt. Es
gab einmal eine Zeit, da zogst Du auf die Frage, ob Du einen Hund hättest, ein
Foto von mir aus der Brieftasche und erzähltest Geschichten über mich. In den
letzten Jahren hast Du nur noch mit "Ja" geantwortet und das Thema
gewechselt. Ich hatte mich von "Deinem Hund" in "nur einen Hund"
verwandelt, und jede Ausgabe für mich wurde Dir zum Dom im Auge.
Jetzt hast Du eine neue Berufsmöglichkeit in einer anderen Stadt, und Du und
sie werdet in eine Wohnung ziehen, in der Haustiere nicht gestattet sind. Du
hast die richtige Wahl für "Deine" Familie getroffen, aber es gab einmal eine
Zeit, da war ich Deine einzige Familie.
Ich freute mich über die Autofahrt, bis wir am Tierheim ankamen. Es roch
nach Hunden und Katzen, nach Angst, nach Hoffnungslosigkeit. Du fülltest
die Formulare aus und sagtest "Ich weiss. Sie werden ein gutes Zuhause für
sie rinden". Mit einem Achselzucken warfen sie Dir einen gequälten Blick zu.
Sie wissen, was einen Hund oder eine Katze in "mittleren" Jahren erwartet -
auch mit "Stammbaum". Du musstest Deinem Sohn jeden Finger einzeln vom
Halsband lösen, als er schrie "Nein, Papa, bitte! Sie dürfen mir meinen Hund
nicht wegnehmen!" Und ich machte mir Sorgen um ihn und um die Lektionen,
die Du ihm gerade beigebracht hattest: über Freundschaft und Loyalität, über
Liebe und Verantwortung, und über Respekt vor allem Leben. Zum Abschied
hast Du mir den Kopf getätschelt, meine Augen vermieden und höflich auf
das Halsband und die Leine verzichtet. Du hattest einen Termin einzuhalten,
und nun habe ich auch einen.
Nachdem Du fort warst, sagten die beiden netten Damen, Du hättest
wahrscheinlich schon seit Monaten von dem bevorstehenden Umzug gewusst
und nichts unternommen, um ein gutes Zuhause für mich zu finden. Sie
schüttelten den Kopf und fragten "Wie konntest Du nur?".
Sie kümmern sich um uns hier im Tierheim so gut es eben geht. Natürlich
werden wir gefüttert, aber ich habe meinen Appetit schon vor Tagen verloren.
Anfangs rannte ich immer vor ans Gitter, sobald jemand an meinen Käfig
kam, in der Hoffimng, das seiest Du - dass Du Deine Meinung geändert
hättest" dass all dies nur ein schlimmer Traum gewesen sei... oder ich hoffte,
dass es zumindest jemand wäre, der Interesse an mir hätte und mich retten
könnte. Als ich einsah, dass ich nichts aufzubieten hatte gegen das vergnügte
Um-Aufmerksamkeit-Heischen unbeschwerter Welpen, ahnungslos gegenüber
ihrem eigenen Schicksal, zog ich mich in eine ferne Ecke zurück und wartete.
Ich hörte ihre Schritte als sie am Ende des Tages kam, um mich zu holen, und
trottete hinter ihr her den Gang entlang zu einem abgelegenen Raum. Ein
angenehm ruhiger Raum. Sie hob mich auf den Tisch und kraulte meine
Ohren und sagte mir, es sei alles in Ordnung. Mein Herz pochte vor
Aufregung, was jetzt wohl geschehen würde, aber da war auch ein Gefühl der
Erleichterung. Für den Gefangenen der Liebe war die Zeit abgelaufen. Meiner
Natur gemäss war ich aber eher um sie besorgt. Ihre Aufgabe lastet schwer auf
ihr, und das fühlte ich, genauso wie ich jede Deiner Stimmungen erfühlen
konnte.
Behutsam legte sie den Stauschlauch an meiner Vorderpfote an, während eine
Träne über ihre Wange fioss. Ich leckte ihre Hand, um sie zu trösten, genauso
wie ich Dich vor vielen Jahren getröstet hatte. Mit geübtem Griff führte sie die
Nadel in meine Vene ein. Als ich den Einstich fühlte und spürte, wie die kühle
Flüssigkeit durch meinen Körper lief, wurde ich schläfrig und legte mich hin,
blickte in ihre gütigen Augen und flüsterte "Wie konntest Du nur?"
Vielleicht verstand sie die Hundesprache und sagte deshalb "Es tut mir ja so
leid". Sie umarmte mich und beeilte sich mir zu erklären, es sei ihre Aufgabe
dafür zu sorgen, dass ich bald an einem besseren Ort wäre. wo ich weder
ignoriert noch missbraucht noch ausgesetzt werden könnte oder auf mich
alleine gestellt wäre - einem Ort der Liebe und des Lichts, vollkommen anders
als dieser irdische Ort. Und mit meiner letzten Kraft versuchte ich ihr mit
einem Klopfen meines Schwanzes zu verstehen zu geben, dass mein "Wie
konntest Du nur?" nicht ihr galt. Du warst es, mein geliebtes Herrchen, an den
ich dachte. Ich werde für immer an Dich denken und auf Dich warten,
Möge Dir ein jeder in Deinem Leben so viel Loyalität zeigen.
Wir möchten Sie dazu ermutigen, "Wie konntest Du nur?" zu veröffentlichen
und so mitzuhelfen, die verbreitete Vorstellung von Tieren als "entsorgbar" zu
ändern und vor Augen zu halten, dass der Entschluss, ein Tier in eine Familie
aufzunehmen, eine Verpflichtung bedeutet, welche für die Lebensdauer des
Tieres anhält!
Jim Willis
 Augen auf beim Welpenkauf!!!Ein Hund vom Hundehändler klagt an:
"Lea's Geschichte"
Was macht es für einen Unterschied, ob ein Welpe nach einem
grauenhaften Transport bei einem Händler oder auf einem Markt oder in
einem Laden landet?
Keinen.
DIE FRAGE WO KAUFE ICH MEINEN HUND? - !! Achtung, Hundehändler sind überall !!!
Die
nachfolgende Geschichte stammt von der amerikanischen Toller-L mit der
Bitte, sie an möglichst viele Hundefreunde weiterzuleiten.
Die Geschichte von Lea
Ich weiß nicht mehr viel von dem Ort, wo ich geboren bin. Es war eng
und dunkel und nie spielte ein Mensch mit uns. Ich erinnere mich noch
an Mama und ihr weiches Fell, aber sie war oft krank und sehr dünn. Sie
hatte nur wenig Milch für mich und meine Brüder und Schwestern. Die
meisten von ihnen waren plötzlich gestorben. Als sie mich von meiner
Mutter wegnahmen, hatte ich furchtbare Angst und war so traurig.
Meine Milchzähne waren kaum durchge-stoßen und ich hätte meine
Mama doch noch so sehr gebraucht. Arme Mama, es ging ihr so schlecht.
Die Menschen sagten, dass sie jetzt endlich Geld wollten und dass das
Geschrei meiner Schwester und mir ihnen auf die Nerven gingen. So
wurden wir eines Tages in eine Kiste verladen und fortgebracht. Wir
kuschelten uns aneinander und fühlten wie wir beide zitterten,
ohnmächtig vor Angst. Niemand kam, um uns zu trösten.
All diese seltsamen Geräusche und erst noch die Gerüche - wir
sind in einem "Petshop", einem Laden, wo es viele verschiedene Tiere
gibt. Einige miauen, andere piepsen, einige pfeifen. Wir hören auch das
Wimmern von andern Welpen. Meine Schwester und ich drücken uns eng
zusammen in dem kleinen Käfig. Manchmal kommen Menschen uns anschauen,
oft ganz kleine Menschen, die sehr fröhlich aussehen, als wollten sie
mit uns spielen. Tag um Tag verbringen wir in unserem kleinen Käfig.
Manchmal packt uns jemand und hebt uns hoch um uns zu begutachten.
Einige sind freundlich und streicheln uns, andere sind grob und tun uns
weh. Oft hören wir sagen "oh, sind die süß, ich will eines", aber dann
gehen die Leute wieder fort.
Letzte Nacht ist meine Schwester gestorben. Ich habe meinen
Kopf an ihr weiches Fell gelegt und gespürt, wie das Leben aus dem
dünnen Körperchen gewichen ist. Als sie sie am Morgen aus dem Käfig
nehmen sagen sie, sie sei krank gewesen und ich sollte verbilligt
abgegeben werden, damit ich bald wegkomme. Niemand beachtet mein leises
Weinen, als mein kleines Schwesterchen weggeworfen wird.
Heute ist eine Familie gekommen und hat mich gekauft ! Jetzt
wird alles gut ! Es sind sehr nette Leute, die sich tatsächlich für
MICH entschieden haben. Sie haben gutes Futter und einen schönen Napf
dabei und das kleine Mädchen trägt mich ganz zärtlich auf den Armen.
Ihr Vater und Mutter sagen, ich sei ein ganz süßes und braves Hundchen.
Ich heiße jetzt Lea.
Ich darf meine neue Familie sogar abschlabbern, das ist wunderbar. Sie
lehren mich freundlich, was ich tun darf und was nicht, passen gut auf
mich auf, geben mir herrliches Essen und viel, viel Liebe. Nichts will
ich mehr, als diesen wunderbaren Menschen gefallen und nichts ist
schöner als mit dem kleinen Mädchen herumzutollen und zu spielen.
Erster Besuch beim Tierarzt. Es war ein seltsamer Ort, mir
schauderte. Ich bekam einige Spritzen. Meine beste Freundin, das kleine
Mädchen, hielt mich sanft und sagte, es wäre ok, dann entspannte ich
mich. Der Tierarzt schien meinen geliebten Menschen traurige Worte zu
sagen, sie sahen ganz bestürzt aus. Ich hörte etwas von schweren
Mängeln und von Dysplasie E und von Herz zwei. Er sprach von wilden
Züchtern und dass meine Eltern nie gesundheitlich getestet worden
seien. Ich habe nichts von alledem begriffen aber es war furchtbar,
meine Familie so traurig zu sehen.
Jetzt bin ich sechs Monate alt. Meine gleichaltrigen
Artgenossen sind wild und stark, aber mir tut jede Bewegung schrecklich
weh. Die Schmerzen gehen nie weg. Außerdem kriege ich gleich Atemnot,
wenn ich nur ein wenig mit dem kleinen Mädchen spielen will. Ich möchte
so gerne ein kräftiger Hund sein, aber ich schaffe es einfach nicht.
Vater und Mutter sprechen über mich. Es bricht mir das Herz, alle so
traurig zu sehen.
In der Zwischenzeit war ich oft beim Tierarzt und immer hieß
es "genetisch" und "nichts machen". Ich möchte draußen in der warmen
Sonne mit meiner Familie spielen, möchte rennen und hüpfen. E s geht
nicht. Letzte Nacht war es schlimmer als eh und je. Ich konnte nicht
einmal mehr aufstehen um zu trinken und nur noch schreien vor
Schmerzen.
Sie tragen mich ins Auto. Alle weinen. Sie sind so seltsam,
was ist los ? War ich böse ? Sind sie am Ende böse auf mich ? Nein,
nein, sie liebkosen mich ja so zärtlich. Ach wenn nur diese Schmerzen
aufhörten ! Ich kann nicht mal die Tränen vom Gesicht des kleinen
Mädchen ablecken aber wenigstens erreiche ich seine Hand. Der Tisch
beim Tierarzt ist kalt. Ich habe Angst. Die Menschen weinen in mein
Fell, ich fühle, wie sehr sie mich lieben. Mit Mühe schaffe ich es,
ihre Hand zu lecken. Der Tierarzt nimmt sich heute viel Zeit und ist
sehr freundlich, und ich empfinde etwas weniger Schmerzen. Das kleine
Mädchen hält mich ganz sanft, ein kleiner Stich... Gott sei dank, der
Schmerz geht zurück. Ich fühle tiefen Frieden und Dankbarkeit. Ein
Traum: ich sehe meine Mama, meine Brüder und Schwestern auf einer
großen grünen Wiese. Sie rufen mir zu, dass es dort keine Schmerzen
gibt, nur Friede und Glück. So sage ich meiner Menschenfamilie auf
Wiedersehen auf die einzige mir mögliche Weise: mit einem sanften
Wedeln und einem kleinen Schnuffeln.
Viele glückliche Jahre wollte ich mit Euch verbringen, es hat
nicht sein sollen. Statt dessen habe ich Euch so viel Kummer gemacht.
Es tut mir leid, ich war halt nur eine Händlerware.
Lea
©1999 J. Ellis - bewilligte Übersetzung
 Der HundeengelLetzte
Nacht stand ich an Deinem Bett um einen Blick auf Dich zu werfen und
ich konnte sehen, dass Du weintest und nicht schlafen konntest. Während
Du eine Träne wegwischtest, winselte ich leise, um Dir zu sagen, ich
bin's, ich habe Dich nicht verlassen. Ich bin wohlauf, es geht mir gut
und ich bin hier. Heute morgen beim Frühstück, da war ich ganz nah
bei Dir und ich sah Dich den Tee einschenken, während Du daran
dachtest, wie oft früher Deine Hände zu mir heruntergewandert sind. Ich
war heute mit Dir beim Einkaufen. Deine Arme taten weh vom Tragen. Ich
sehnte mich danach Dir dabei zu helfen und wünschte, ich hätte mehr tun
können. Heute war ich auch mit Dir an meinem Grab, welches Du mit so viel Liebe pflegst. Aber glaube mir, ich bin nicht dort. Ich ging mit Dir nach Hause, Du suchtest den Schlüssel, ich berührte Dich mit meiner Pfote und sagte lächelnd: Ich bin’s. Du
sahst so müde aus, als Du Dich in den Sessel sinken ließest. Ich
versuchte mit aller Macht, Dich spüren zu lassen, dass ich bei Dir bin. Ich kann Dir jeden Tag so nahe sein, um mit Gewissheit sagen zu können, ich bin nie fortgegangen. Du
hast ganz ruhig in Deinem Sessel gesessen, dann hast Du gelächelt und
ich glaube Du wusstest in der Stille des Abends, das ich ganz in Deiner
Nähe war. Der Tag ist vorbei, ich lächle und seh Dich gähnen und ich
sage zu Dir: Gute Nacht und Gott schütze Dich, ich seh Dich morgen früh. Und
wenn für Dich die Zeit gekommen ist den Fluss, der uns beide trennte zu
überqueren, werde ich zu Dir hinübereilen, damit wir endlich wieder
zusammen, Seite an Seite sein können. Es gibt so viel, das ich Dir zeigen muss und es gibt so viel für Dich zu sehen. Habe Geduld und setze Deine Lebensreise fort und dann komm, komm heim zu mir.
 Ein Brief von Deinem Hund an DichIch bin dein Hund und es gibt eine Kleinigkeit, die ich dir ins Ohr flüstern möchte.
Ich weiß, ihr Menschen seid sehr beschäftigt. Manche müssen arbeiten, manche müssen Kinder großziehen. Immer
musst du hierhin und dorthin laufen, oft viel zu schnell und oft auch,
ohne die wirklich großartigen Dinge des Lebens zu bemerken.
Sieh
einmal zu mir herunter, während du jetzt an deinem Computer sitzt.
Kannst du Verstehen, auf welche Art meine dunkelbraunen Augen in deine
Augen sehen?
Sie sind schon etwas trüb geworden und ein paar graue Haare habe ich rund um meine Schnauze.
Du lächelst mich an, ich sehe es in deinen Augen. Was siehst du in meinen? Siehst du mein Wesen?
Eine Seele in mir, die dich so sehr liebt, wie niemand sonst es könnte? Einen Geist, der dir alle früheren Versäumnisse vergeben würde, hättest du jetzt nur einen Moment Zeit für mich?
Manchmal müssen wir so jung sterben, so schnell, manchmal so plötzlich, dass es dein Herz zerbricht.
Manchmal
altern wir vor deinen Augen so langsam, dass du es nicht einmal merkst,
ehe das Ende kommt, wenn wir dich mit ergrauten Schnauzen und
kataraktumwölkten Augen ansehen.
Immer noch ist die Liebe da,
sogar noch wenn wir uns diesem langen Schlaf hingeben müssen, um frei
in ein entferntes Land zu laufen, bis wir uns wiedersehen.
Vielleicht bin ich morgen nicht mehr hier, vielleicht bin ich nächste Woche nicht mehr hier.
Eines
Tages wirst du das Wasser aus deinen Augen wischen, das die Menschen
haben, wenn tiefer Kummer ihre Seelen füllt, und du wirst dir Vorwürfe
machen, dass du neulich nicht "nur einen weiteren Tag" Zeit für mich
hattest.
Weil ich dich so liebe, berühren deine Sorgen meine Seele und machen mich traurig.
Komm her, setz dich zu mir auf den Boden und sieh mir tief in die Augen.
Komm
nicht als "Alpha" zu mir oder als "Trainer" oder womöglich als "Mama
und Papa" ... Komm zu mir als eine lebende Seele, Streich mir übers
Haar, lass uns einander in die Augen sehen und einfach "reden".
Du
hast einmal beschlossen, mich in deinem Leben zu haben, weil du
wolltest, dass eine Seele alles mit dir teilt. Jemand, der ganz anders
ist als du - und hier bin ich.
Ich bin ein Hund, ich bin lebendig. Ich habe Gefühle, ich habe körperliche Sinne.
Ich kann die Unterschiede in unserem Wesen, unseren Seelen fühlen. Mit all deinen Marotten bist du menschlich und ich liebe dich trotzdem.
Nun
komm, setz dich zu mir auf den Boden. Komm in meine Welt und lass die
Zeit langsamer laufen, wenn auch nur für 15 Minuten. Vielleicht gibt es
kein Morgen für uns.
Das Leben ist so furchtbar kurz ...
In Liebe Dein Hund

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